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Münchner Merkur 12.3.2018

SZ vom 27.11.2017

Münchner Merkur 29.11.2017

MM Christine Eixenberger bei KulturGutMM Christine Eixenberger bei KulturGut

Münchner Merkur 7. April 2017

Süddeutsche Zeitung 3.4.2017

Grasbrunn Immer mit der Ruhe

 Von Franziska Gerlach, Grasbrunn

 

Es gibt viel zu besprechen: Luise Kinseher erklärt dem Grasbrunner Publikum den Lauf der Welt.

Luise Kinseher präsentiert in Grasbrunn eine kraftvolle One-Woman-Show. Ihre Figuren sind hintersinnig und schlau

Mit Yoga oder Naturerlebnissen braucht der ewig beschwipsten "Mary from Bavary" in ihrem geblümten Bademantel keiner zu kommen. Obst mag die dralle Rothaarige auf der Bühne im Bürgerhaus auch nicht so gern, wie sie gerade erzählt, es sei denn, er kommt im Stamperl daher. Im Grunde will die Mary ohnehin nur eines, seit ihr Toni weg ist: in ihr Giesinger Stammstüberl. Ist halt die Frage, ob die Leute im Publikum das überhaupt kennen - Giesing, den Münchner Stadtteil? Tun sie, so weit ist Grasbrunn  ja dann doch nicht von der bayerischen Landeshauptstadt entfernt. Und vielleicht zünden Kinsehers Witze sogar etwas besser als zuletzt dort.

Denn wurde sie neulich auf dem Nockherberg noch von manchem für ihre angeblich zu lasche Fastenpredigt gescholten, erspielt sich die mehrfach preisgekrönte Kabarettistin Luise Kinseher am Freitagabend in Grasbrunn innerhalb weniger Minuten die Sympathie des Publikums. "Ruhe bewahren", lautet der Titel ihres sechsten Soloprogramms, doch das ist für den Zuschauer auf seinem Stuhl im ausverkauften Saal ob der ganzen guten Gags gar nicht so einfach. So mancher Brüller beinhaltet freilich viel Hintersinn, die vom Freizeitstress geplagten Freundinnen der Mary sind da nur ein Beispiel. Und es ist sicher kein Zufall, dass Kinseher gegen Ende ausgerechnet ihre Figur "Mary from Bavary", der Realität im Dauerrausch entrückt, über Quantenphysik, Stephen Hawking und die Zeit sinnieren lässt.

Die Protagonistin des Programms aber ist eine 48-jährige Singlefrau, die seit "18 Jahren 30" ist, lange halte sie das aber nicht mehr durch. Die große Liebe muss her, auf die wartet schließlich jeder. Doch bis es so weit sei, sagt Kinseher: "Man übt." Im Aufzug eines Hotels sei ihr aber glücklicherweise am Tag zuvor ein toller Typ begegnet, erzählt sie, groß, gut aussehend und ohne Ehering am Finger. Ein internationaler Kunsthändler könnte er sein, fantasiert sie sich ihren Traummann herbei, mit einer Galerie an der Maximilianstraße oder im schicken Bogenhausen vielleicht, wo er renommierte Künstler vertritt - und "keine aquarellierenden Zahnarztgattinnen wie bei euch". Jedenfalls: "Bis bald!", habe der Typ zum Abschied gesagt. Und während Kinseher (und mit ihr die Grasbrunner) auf seinen Anruf wartet, bietet sich natürlich reichlich Gelegenheit, die großen und kleinen Themen dieser Tage zu verhandeln.

Vor lauter Sehnsucht wähnt sie sich sogar in einer anderen Dimension, in der es keine CSU gibt und auch keinen Klimawandel, die hohen Münchner Lebenshaltungskosten lässt die Kabarettistin ebenfalls einfließen in ihr Programm. Auch eine Parallelwelt entwirft sie, in der Merkel Friseurin ist, Seehofer Busfahrer und Söder Kindergärtner. Von diesem seine Kinder wohlbehalten zurückzuerhalten? "Das kann man sich fast nicht vorstellen." Kinseher wäre wohl nicht Kinseher, wenn eben nicht auch die bayerische Staatsregierung ihr Fett abbekäme. Und so verrät "Mama Bavaria" den Grasbrunnern eben mal, dass deren Mitglieder eh alle "Emotionskiller" einnähmen, nur Seehofer nicht. "Der kifft!", sagt sie - das Publikum tobt. Und wie. Als Helga Frese singt Kinseher dann sogar. Die Bühnenfigur der staubtrockenen Hamburgerin im beigefarbenen Mantel taucht wie die "Mary from Bavary" zwischendrin immer wieder auf. Die eine sturzbetrunken, die andere erläutert dem Publikum mit der Ernsthaftigkeit eines Lateinschülers beim Konjugieren von Verben, dass die Ehe zu ihrem Mann Heinz sich nach mehr als 50 Jahren wesentlich verbessert habe, seit sich im Alter das Vergessen über seinen Verstand hergemacht hat.

Kleine Einlagen wie diese ergeben im großen Ganze eine kluge Kritik an einer Gesellschaft, in der alle dauernd online sind und doch nicht merken, was um sie herum geschieht. "Wir schauen andauernd auf die Uhr, haben aber keine Ahnung, wo die Zeit geblieben ist", sagt Kinseher. Eine wichtige Erkenntnis, doch um diese zu erlangen, muss sie an diesem Abend selbst die Qualen des Wartens durchleben. Natürlich ruft der bereits als "rechtsradikaler Waffenhändler" verteufelte Kunsthändler doch noch an. Ende gut, alles gut. Die Grasbrunner honorieren diese kraftvolle One-Woman-Show mit viel Applaus. Und Kinseher, ein wenig außer Atem, bedankt sich artig. Sehr viel Zeit bleibe ihr jetzt aber nicht mehr. Schließlich wartet die Liebe. Nur in dieser einen Schneise im Publikum, fügt sie dann noch hinzu und streckt die Arme nach links aus, sei an diesem Abend ja nicht besonders viel gelacht worden. Macht aber nichts. Vom Nockherberg sei sie das gewohnt.

 

 Geistesblitze im Kopfkino Münchner Merkur vom 24.5.2016

 

Leise, aber eindringlich: Martin Zingsheim. Foto: Köppl

 

Fünf Jahre „kulturgut“

Neukeferloh – Den Kölner Kabarettisten Martin Zingsheim kennen in Süddeutschland eher nur die Insider der deutschen Kabarettszene. Mittlerweile in Neukeferloh auch die Freunde von „KulturGut“, denn dort ist er vor einem kleinen aber erlesenen Publikum aufgetreten und hat sich so neue Fans gemacht. „Kopfkino“ heißt das Programm, mit dem er zusammen mit „KulturGut“ deren fünfjähriges Jubiläum gefeiert hat.

Bürgermeister Klaus Korneder erzählte ein wenig über die Entstehungsgeschichte von „KulturGut“. Vor etwa sechs Jahren kam unter einigen Neukeferlohern das Gespräch über Kultur in Grasbrunn auf. Dabei beschlossen sie: „Wir meckern nicht nur, sondern tun etwas.“ Das ist mittlerweile auch geschehen. Das Team von „KulturGut“ freut sich danach  über den Erfolg der vergangenen fünf Jahre und stellt abschließend fest: „Wir wollen nochmal fünf Jahre.“ Dem Applaus nach zu schließen, sieht das Publikum das genauso.

Und dann kam Martin Zingsheim, leise, aber eindringlich, und spannte einen weiten Bogen über das gesamte moderne Leben in unserer Gesellschaft. Dabei stellte er so manche scheinbare Selbstverständlichkeit in Frage: „Einigkeit und Recht und Freiheit – macht sie die Reihenfolge nicht stutzig?“

Auch die Politik bekam ihr Fett weg. Allen voran die Kanzlerin: „Angela Merkel kann mitten im Satz ihre Richtung wechseln.“ Und Vizekanzler Sigmar Gabriel ist für den Kabarettisten die „Anne Frank der SPD – sie trägt nur andere Kleider“. Außerdem beklagt er, dass die deutsche Politik von „einigen Flachpfeifen“ gestaltet wird.

Aber er zeigte sich auch über lokale Vorkommnisse bestens informiert, so beispielsweise die hitzige Diskussion im Gemeinderat über eine Hundewiese. Er findet es dabei albern „wenn erwachsene Menschen mit kleinen Beuteln voller Hundekot“ spazieren gehen. Und er forderte sein Publikum auf, mal etwas ganz Verrücktes zu machen. So empfiehlt er den Besuchern beispielsweise, einfach mal eine „Email mit Füller zu schreiben“ – oder Kinder mal „als kleine Menschen zu sehen“. Franz Köppl

Münchner Merkur vom 13.5.2015

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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